Die Vor- und Nachteile von Shared versus dedizierten IP-Adressen

Autor Return Path 

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die alle E-Marketer zu treffen haben ist, ob sie für den E-Mail Versand eine dedizierte E-Mail Adresse verwenden sollten – oder doch lieber eine Shared IP-Adresse. Bei einer dedizierten IP-Adresse werden nur die E-Mails eines Unternehmens bzw. einer Marke über die Adresse verschickt und das Unternehmen hat damit vollständige Kontrolle über die Reputation dieser Adresse. Shared IP-Adressen werden dagegen von mehreren Unternehmen für den E-Mail Versand eingesetzt, d.h. mehrere Brands teilen sich eine IP-Adresse und damit auch die Reputation dieser Adresse. Dieser Punkt ist extrem wichtig, da die Reputation einer IP-Adresse DER ausschlaggebende Punkt bei der E-Mail Zustellung ist, d.h. Mailbox Provider entscheiden zuerst auf Basis der Reputation ob eine Mail als Spam anzusehen ist – oder den Weg in den Posteingang „verdient“.

Zur Entscheidungsunterstützung haben wir Ihnen hier für Sie die Vorteile beider Lösungen kurz aufgelistet:

Vorteile dedizierter IP-Adressen:

  • Mit einer dedizierten Adresse können Sie Ihre eigene IP-Reputation aufbauen und schützen – wenn Sie über gute Praktiken verfügen wird Ihre gute Reputation nicht wie bei Shared IP-Adressen verwendet, um die schlechten Praktiken anderer Versender auszugleichen – insofern belohnt eine dedizierte Adresse gute E-Mail Versender mit höheren Posteingangsraten
  • Sollten doch einmal Zustellprobleme auftauchen können Gründe bei dedizierten E-Mail Adressen leichter identifiziert und behoben werden – Lösungen wie Reputation Monitor von Return Path können hier helfen
  • Für die Return Path Whitelist sind im Rahmen der Return Path Zertifizierung nur dedizierte E-Mail Adressen zugelassen, da nur hier sichergestellt ist, das der Brand vollständige Kontrolle über die Reputation der IP-Adresse hat; im Durchschnitt können zertifizierte Versender ihre Posteingangsraten durch die Zertifizierung um 27 Prozent steigern
  • Indem Versender mehrere dedizierte IP-Adressen nutzen, können IP-Segmentierungen vorgenommen werden und beispielsweise eine unterschiedliche IP-Adresse je nach E-Mail-Typ oder Engagement-Level verwendet werden
  • Durch dedizierte IP-Adressen sind unternehmenskritische E-Mail Kommunikation besser geschützt (wie z.B. Bestellbestätigungen oder der Rechnungsversand)

Vorteile von Shared IP-Adressen:

  • Um eine Reputation beim Mailbox Provider aufzubauen ist ein gewisses Versandvolumen vonnöten. Hier kann eine Shared IP gerade Versendern mit kleinen Volumina helfen
  • E-Mail Versender, die ein extrem saisonal bedingtes Geschäft führen müssen nicht jedes Jahr aufs Neue eine dedizierte IP-Adresse aufwärmen (lesen Sie in diesem Zusammenhang auch den Artikel meines Kollegen John Pollard: „7 Schritte zum Aufwärmen einer IP-Adresse“)
  • Shared IP-Adressen sind in der Regel billiger

Wie bei jeder Kaufentscheidung muss der E-Marketer auch bei der Entscheidung für Shared oder dedizierte IP-Adressen die Vorteile beider Lösungen gegeneinander abwägen. Meiner Erfahrung nach eignen sich Shared IP-Adressen primär für Versender mit kleinen E-Mail Volumina sowie für Unternehmen, die ein stark saisonal getriebenes Geschäftsmodell haben und nur einmal im Jahr wirklich aktiv werden.

Für alle anderen Fälle empfehlen wir in der Regel die Verwendung einer dedizierten IP-Adresse, denn nur so erhalten Sie als E-Mail Marketer wirklich die Kontrolle über Ihre Reputation im E-Mail Kanal und die Zustellbarkeit Ihrer E-Mails. Lösungen wie Reputation Monitor von Return Path, SNDS von Microsoft oder das IP Reputation Tool von AOL messen Faktoren wie Spamfallentreffer, Spam-Beschwerderaten sowie unbekannte Nutzerraten, die sich alle auf die Reputation auswirken und helfen Ihnen damit, die Reputation Ihrer IP-Adresse zu überwachen. Wenn Sie eine Shared IP nutzen können diese Kennzahlen nur wenig Aufschluss darüber geben, wie erfolgreich Ihr E-Mail Programm tatsächlich ist. Und wie erwähnt ist auch die Return Path Zertifizierung für Shared IPs nicht möglich.

Wenn Sie derzeit eine Shared IP nutzen und nicht sofort auf eine dedizierte IP-Adresse umsteigen können, bitten Sie Ihren ESP Ihnen mitzuteilen, mit welchen anderen Brands Sie eine IP-Adresse teilen und welche Kriterien der ESP anlegt, wenn es darum geht, dass neue Kunden über diese IP versenden oder gar, wenn über die IP an neu akquirierte Listen verschickt wird. Denn jeder andere Versender der Liste wird Einfluss auf die Zustellbarkeit und damit den Erfolg Ihrer E-Mail Kampagnen haben – guten oder schlechten Einfluss hängt davon ab, ob Sie selbst überdurchschnittlich gute (oder schlechte) E-Mail Praktiken haben. Denn die Shared IP Adresse ist immer nur so gut wie der schlechteste Versender, der über sie verschickt.

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