Welche Blacklists nutzt Gmail?

Autor Return Path 

Viele E-Marketer verbinden Return Path zuallererst mit der Return Path Zertifizierung, der weltweit größten Whitelist, die E-Mail Kampagnen zu besserer Zustellbarkeit und damit größerem Erfolg verhilft. Auf einer solchen Whitelist zu sein signalisiert dem Mailbox Provider aber auch der Branche generell, dass man als E-Marketer und Unternehmen sein E-Mail Marketing ernst nimmt und zu den „Guten“ wenn nicht gar den „Besten“ gehört; Versendern also, die ihren Abonnenten relevante Inhalte liefern und sich generell möglichst stark von unerwünschtem Spam unterscheiden möchten.

Diesen guten Versendern auf der einen Seite stehen auf der anderen Seite die schwarzen Schafe der Branche gegenüber – wiederum gesammelt auf verschiedensten schwarzen Listen. Eine Blacklist enthält dann auch all jene IP-Adressen und Domains, die als Spam-Quellen ermittelt wurden. Blacklists dienen im Wesentlichen der Förderung einer Spam-freien E-Mail-Kommunikation – unter Umständen kann aber auch ein eigentlich legitimes E-Mail Programm auf einer Blacklist erscheinen, in welchem Fall der E-Marketer mit erheblichen Einbußen rechnen muss.

Zu nennen ist hier einmal die negative Wirkung von Blacklist-Einträgen auf die Inbox Placement-Rate, also die Rate der an den Posteingang zugestellten E-Mails (auch oft als Posteingangsrate bekannt). Die Frage ist, wie stark die Einbußen tatsächlich sind un welche Blacklists von Mailbox Providern genutzt werden.

Aus den hunderten bekannter öffentlicher Blacklists haben wir die 13 bedeutendsten in einer Infografik erfasst. Return Path Reputation Network Blacklist, SpamCop, psbl.surriel.com, cbl.abuseat.org, pbl.spamhaus.org, sbl.spamhaus.org, xbl.spamhaus.org und ubl.unsubscore.com sind die üblichsten Blacklists für IP-Adressen. Dbl.spamhaus.org, URIBL und SURBL sind die gebräuchlichsten Domain-Blacklists und dnsbl.ahbl.org und invaluement.com sind populäre Blacklists, die sowohl Domains als auch IP-Adressen enthalten.

Auch wenn Gmail nicht öffentlich preisgibt, welche Blacklists der Mailbox Provider für Filterentscheidungen heranzieht, verweisen unsere Daten auf Korrelationen zwischen Gmail und den folgenden Blacklists:

pbl.spamhaus.org – Pbl.spamhaus.org ist die Policy Block List (PBL) von Spamhaus, die Netzbetreibern hilft, die Nutzungsbedingungen für dynamische Enduser- und Nicht-MTA-IP-Adressbereiche durchzusetzen. Spamhaus weist auf seiner Website darauf hin, dass es sich bei der PBL nicht um eine Blacklist im herkömmlichen Sinn handelt und es für dynamische IP-Adressen normal ist, auf der PBL zu erscheinen. Spamhaus erklärt weiter, dass Einträge in der PBL das Versenden von E-Mails nicht verhindern, es sei denn, ein E-Mail-Programm authentifiziert sich bei dem E-Mail-Server Ihres Unternehmens oder dem des Mailbox Providers nicht korrekt. Das kann passieren, wenn Sie die SMTP-Authentifizierung nicht aktiviert haben. Nichtsdestotrotz nutzt Gmail die PBL offensichtlich, denn der Eintrag in der PBL hatte unseren Daten nach bei Gmail ein Absinken der Inbox Placement-Rate um durchschnittlich 58 Prozent zur Folge.

sbl.spamhaus.org – die Spamhaus Block List (SBL) ist eine Datenbank mit E-Mail-Adressen, die gemäß Spamhaus mit Spam in Zusammenhang gebracht wurden. Gmail scheint diese Liste zu nutzen, denn Einträge in der SBL führten bei Gmail zu Inbox Placement-Einbußen um durchschnittlich 21 Prozent. Unserer Studie zufolge blieben die IP-Adressen entweder 1 – 3 oder 6 Tage in der SBL.

• Composite Blocking List (cbl.abuseat.org) – Die Composite Blocking List (CBL) ist eine IP- Blacklist, die offensichtlich ebenfalls von Gmail verwendet wird. Das Erscheinen auf dieser Liste senkte die Posteingangsrate bei Gmail um durchschnittlich 4 Prozent. Wie unsere Studie zeigte, wurden 70 Prozent der IP-Adressen für 1 – 2 Tage auf der CBL geführt, 24 Prozent blieben 7 – 8 Tage auf der Blacklist und 5 Prozent 14 Tage.

xbl.spamhaus.org – Xbl.spamhaus.org ist der Spamhaus-Filter für Exploits und Botnets. Hier erscheinen IP-Adressen, die von Computern stammen, die durch illegale Exploits Fremder, darunter offene Proxy-Server, Würmer und Viren, infiltriert wurden. Ein Blacklisting auf der XBL führte zu durchschnittlich drei Prozent geringeren Gmail-Inbox-Placement-Raten und die meisten IP-Adressen blieben für 1 – 2 oder für 7 – 8 Tage auf der Liste. Mit der Stilllegung der NJABL im Jahr 2013 nutzt XBL derzeit als alleinige Datenquelle die CBL, so dass die Inbox Placement-Raten durch einen Eintrag auf der einen oder der anderen Liste gegenwärtig in gleichem Umfang sinken.

Aus den Ergebnissen unserer Studie lässt sich ableiten, dass Gmail die folgenden Blacklists offenbar nicht nutzt:

• SpamCop (bl.spamcop.net)
• dnsbl.ahbl.org (jetzt offiziell stillgelegt)
• psbl.surriel.com

Wenn Sie sich eingehender über die Beeinträchtigung Ihres E-Mail-Programms durch Blacklists informieren wollen, werfen Sie doch einen Blick in das On-Demand Webinar „The Ultimate Guide to Blacklists“. Es bietet Ihnen die Mittel, sich alle notwendigen Kenntnisse zu Blacklists zu verschaffen, um sie als „Gegner“ unschädlich zu machen und bei Mailbox Providern wie Gmail steigende Inbox Placement-Raten zu erzielen.

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